Zahlungsbereitschaft für Tanken und Heizen: Welche Mehrbelastungen wären die Deutschen bereit zu tragen, um den Druck auf die russische Regierung zu erhöhen?
Teodora Boneva,
Armin Falk,
Mark Fallak and
Lasse Stötzer
No 30, ECONtribute Policy Brief Series from University of Bonn and University of Cologne, Germany
Abstract:
Ausgehend von einem Durchschnittspreis von 2,17 Euro pro Liter Super E10 gaben zwei Drittel der 2.000 Befragten an, noch höhere Preise zu akzeptieren, wenn sich dadurch mehr Druck auf Russland ausüben ließe. Rund ein Drittel würde sogar weitere Steigerungen um 30 Cent oder mehr in Kauf nehmen. Die Zahlungsbereitschaft ist dabei weitgehend unabhängig von der Häufigkeit der individuellen Autonutzung. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Parteipräferenz: Während unter den Wählerinnen und Wählern der AfD nur rund 35 Prozent höhere Spritpreise akzeptieren würden, liegt die Bereitschaft unter den Grünen-Wählern bei 88 Prozent. Um die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten aus Russland zu reduzieren, würden ebenfalls zwei Drittel der Befragten einen weiteren Anstieg der monatlichen Heizkosten in Kauf nehmen. Knapp 58 Prozent würden mindestens 10 Euro an Zusatzkosten akzeptieren, rund 31 Prozent sogar 20 Euro oder mehr. Die Zahlungsbereitschaft nimmt mit höherem Einkommen tendenziell zu und ist im Westen Deutschlands stärker ausgeprägt als im Osten. Weniger abhängig vom Einkommen, aber ebenfalls je nach Parteipräferenz unterschiedlich groß ist die Bereitschaft zu Verhaltensänderungen, um den Energieverbrauch zu senken. So erklärten sich 82 Prozent der Befragten bereit, ihr Heizverhalten einzuschränken. Über 66 Prozent der Deutschen würden ihren Verbrauch so stark reduzieren, dass die Durchschnittstemperatur in ihrer Wohnung um mindestens ein Grad sinken würde. Mit Blick auf den sozialen Ausgleich zeigte sich rund die Hälfte der Befragten aus Haushalten mit jährlichem Bruttoeinkommen über 50.000 Euro bereit, einen Teil ihres Einkommens beizutragen, um damit Haushalte zu entlasten, die besonders unter den Preissteigerungen leiden. Knapp 30 Prozent der einkommensstarken Haushalte würden dafür sogar mehr als zwei Prozent ihres Einkommens abgeben. Bei allen Messungen zeigt sich: Menschen mit ausgeprägtem Altruismus sind eher bereit, Kosten oder Verhaltensänderungen auf sich zu nehmen, um den Druck auf Russland zu erhöhen.
Pages: 10 pages
Date: 2022-03
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