CO2-Steuern rauf, Einkommensteuern runter: Wie die grüne Transformation trotz knapper öffentlicher Kassen gelingen kann
Sonja Dobkowitz
DIW Wochenbericht, 2026, vol. 93, issue 34, 510-515
Abstract:
Weltweit stehen Staaten angesichts des Klimawandels vor einer doppelten Herausforderung: Die öffentlichen Mittel sind knapp, zugleich sollen Klimaziele umgesetzt werden. Sowohl Einkommen- als auch CO2-Steuern bescheren dem Staat Einnahmen, senken aber auch den Nettolohn und damit die Arbeitsbereitschaft. Doch gerade durch Arbeit entsteht die Expertise, die dazu beiträgt, eine klimaneutrale Wirtschaft künftig produktiv zu machen. Wie also sollten sich Staaten angesichts der Klimakrise finanzieren? Dieser Frage wird in diesem Bericht auf Basis eines dynamischen makroökonomischen Modells nachgegangen, das mit US-Daten kalibriert ist – die aufgezeigten Mechanismen besitzen dabei generelle Aussagekraft. Die CO2-Steuer schmälert die Steuerbasis stärker als die Einkommensteuer. Sie ist damit die schwächere Einnahmequelle und erschwert die Finanzierung des Staates – was eigentlich für einen niedrigen CO2-Preis spräche. Mit Blick auf die grüne Transformation hat sie aber einen entscheidenden Vorteil: Sie lenkt Arbeit in den grünen Sektor und fördert so die Produktivität von morgen. Anhand des Modells zeigt dieser Bericht, dass CO2-Steuern deshalb einen höheren Beitrag zur Staatsfinanzierung leisten sollten. Begleitend ist es ratsam, die Einnahmen aus der CO2-Steuer zu nutzen, um bestehende Einkommensteuern zu senken und so die Arbeitsentscheidungen der Haushalte nicht weiter zu verzerren.
Keywords: Second-best climate policy; learning-by-doing; ramsey taxation; emissions target implementation (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: H21 H23 Q54 Q55 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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