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Für immer mehr Menschen reicht das Einkommen nach eigener Einschätzung aus

Sabine Zinn and Jürgen Schupp

DIW Wochenbericht, 2026, vol. 93, issue 44, 679-687

Abstract: Die Regelsätze der Grundsicherung werden derzeit neu berechnet. Damit stellt sich die Frage, wie viel Einkommen Menschen selbst für notwendig halten, um zurechtzukommen. Auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) untersucht der Bericht, wie sich das tatsächliche und das subjektiv notwendige Einkommen von 2002 bis 2022 entwickelt haben. Die tatsächlichen Einkommen sind deutlich stärker gestiegen als die als notwendig angesehenen Einkommen. Gleichzeitig sank der Anteil der Personen, deren tatsächliches Einkommen unter dem selbst angegebenen notwendigen Einkommen liegt, von rund 28 auf 20 Prozent. Besonders groß bleibt die Einkommenslücke bei arbeitslosen Sozialleistungsbeziehenden. Bei Erwerbstätigen im unteren Einkommensbereich hat sie seit 2012 dagegen deutlich abgenommen. Auch die subjektiv notwendigen Haushaltseinkommen von Frauen und Männern sowie in Ost- und Westdeutschland haben sich im Zeitverlauf stark angenähert. Die positive Entwicklung bei Erwerbstätigen mit niedrigen Einkommen könnte auch auf den Mindestlohn zurückzuführen sein. Bei der Neuermittlung der Regelbedarfe sollten mögliche Versorgungslücken im Blick behalten werden. Denn substanzieller materieller Mangel kann langfristig gesundheitliche und gesellschaftliche Folgekosten verursachen.

Keywords: SOEP; income expectation; income aspiration (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: C23 C83 D31 I38 J62 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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