Nach der Übergabe – wenn die eigentliche Arbeit beginnt
Markus Gotzi ()
Chapter 10 in Emotionale Begleitung in der Unternehmensnachfolge, 2026, pp 127-136 from Springer
Abstract:
Zusammenfassung Die formale Übergabe markiert in vielen Nachfolgeprozessen einen Moment der Erleichterung. Verträge sind unterschrieben, Rollen definiert, Verantwortlichkeiten offiziell geklärt. Nach außen gilt die Nachfolge als abgeschlossen. Häufig wird dieser Zeitpunkt als Zielpunkt verstanden – als Ende eines langen, belastenden Prozesses. Psychologisch betrachtet ist er jedoch kein Abschluss. Er ist ein Übergang in eine neue, oft unterschätzte Phase. Viele Nachfolgeprozesse scheitern nicht vor der Übergabe, sondern danach. Nicht spektakulär, nicht öffentlich, sondern leise. Der Betrieb läuft weiter, Entscheidungen werden getroffen, Strukturen bestehen. Und doch beginnt sich etwas zu verschieben: Autorität bleibt fragil, Erwartungen kippen, alte Muster kehren zurück. Der Grund dafür liegt nicht in mangelnder Kompetenz oder fehlender Vorbereitung. Er liegt darin, dass der innere Übergang zeitlich nicht mit dem formalen Schritt zusammenfällt. Die Übergabe beendet eine Ordnung auf dem Papier. Ob sie auch innerlich endet, zeigt sich erst danach.
Date: 2026
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DOI: 10.1007/978-3-662-73929-7_10
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