Ökonomische Folgen autoritären Regierens am Beispiel Ungarn. Zur Parlamentswahl 2026: Ungarische Standortentwicklung im regionalen Vergleich
Alexander Radunz
No 15/2026, IW-Reports from Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute
Abstract:
Viktor Orbáns FIDESZ hat nach 16 Regierungsjahren zum ersten Mal eine Wahlniederlage eingefahren. Vor allem wirtschaftliche Probleme als Folge eines autoritären und interventionistischen Regierungsstils haben den Ausschlag zum rasanten Aufstieg und Erdrutschsieg einer oppositionellen Protestpartei am 12. April 2026 gegeben. Dass die neue Mehrheit sogar für eine Zweidrittelmehrheit im Parlament reicht, verleiht dem Wahlausgang zusätzliche politische Tragweite. Er markiert nicht nur einen Regierungswechsel, sondern eröffnet erstmals seit 2010 die Möglichkeit, zentrale institutionelle und wirtschaftspolitische Machtstrukturen der Orbán-Ära grundlegend zurückzubauen. Dabei galt Ungarn unter der autoritären Politik Orbánsinnerhalb der EU lange Zeit als Sonderfall: wirtschaftlich global stark integriert, industriegetrieben und investorenfreundlich, zugleich jedoch politisch zunehmend zentralisiert, mit wachsenden Eingriffen in Märkte und Institutionen und einer immer stärker sichtbaren State Capture. Dieser Report analysiert die Leistungsfähigkeit des ungarischen Wirtschaftsmodells seit der erneuten Regierungsübernahme durch FIDESZ im Jahr 2010 im Vergleich zu Polen, Tschechien, der Slowakei (Visegrádländer, V4) und Rumänien. Im Fokus stehen Wachstum und Innovationsfähigkeit, Industrie- und Investitionsstruktur, Fiskal- und Arbeitsmarktpolitik sowie die Entwicklung des Preisniveaus. Im Kern steht dabei die Frage, inwieweit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Ungarns institutionell unterlegt ist oder ob sie in wesentlichen Teilen auf politisch vermittelten, strukturell fragilen Wachstumsmechanismen beruht.
Keywords: Autoritarismus; Wahl; Wirkungsanalyse; Standortpolitik; Ungarn (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: D72 E02 E31 H70 O43 P16 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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