Pflegebedürftigkeit hängt von der sozialen Stellung ab
Johannes Geyer,
Peter Haan,
Hannes Kröger and
Maximilian Schaller
DIW Wochenbericht, 2021, vol. 88, issue 44, 727-734
Abstract:
Ärmere Personen haben eine deutlich geringere Lebenserwartung als Personen mit höheren Einkommen. Dieser Wochenbericht zeigt auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels, dass sie zudem häufiger und früher pflegebedürftig werden. Gleiches gilt für Arbeiter und Arbeiterinnen im Vergleich zu Beamten und Beamtinnen sowie für Menschen mit hohen Arbeitsbelastungen im Vergleich zu Personen mit niedrigen beruflichen Belastungen. Das Risiko der Pflegebedürftigkeit wird also entscheidend durch Gesellschaft, Einkommen und Arbeitswelt beeinflusst. Um diese Ungleichheit zu reduzieren, sind sozialpolitische Reformen notwendig. Denn die bestehenden sozialen Sicherungssysteme kompensieren diese ungleichen Belastungen nur teilweise. Eine nachhaltige Politik muss schon in der Erwerbsphase ansetzten und dort Belastungen reduzieren, sodass das Pflegerisiko präventiv verringert wird. Um die Ungleichheit kurzfristig zu reduzieren, sollten die privaten Zuzahlungen gesenkt und stärker vom verfügbaren Einkommen abhängig gemacht werden. Zielführend ist auch eine Bürgerversicherung, also die Verbindung von privater und gesetzlicher Pflegeversicherung, da das Pflegerisiko von Menschen mit privater Pflegeversicherung deutlich geringer ist.
Keywords: SOEP; Long-term care; Inequality (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: I10 I14 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2021
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